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Wilfried Engemann: Semiotik – praktisch theologisch, in: Theologische Realenzyklopädie, Bd. 31 (2000). – S. 134-142.
Semiotische Aspekte der Theologie
  1. Zur Relevanz der semiotischen Perspektive für die Theologie
  2. Ansätze der Rezeption und Weiterentwicklung der Semiotik durch die Praktische Theologie
  3. Literatur

1. Zur Relevanz der semiotischen Perspektive für die Praktische Theologie

 

Semiotik ist für die Praktische Theologie vor allem als allgemeine Kommunikationstheorie relevant. Im Unterschied zu anderen, z.B. psychologischen, spiel-theoretischen oder informationstheoretischen Modellen, die ihrerseits zur Erhellung konkreter Kommunikationszusammenhänge in die praktischtheologischen Forschung integriert wurden, kann für das semiotische Kommunikationsmodell, da es von der universalen Kategorie des Zeichens ausgeht, ein entsprechend universaler Anwendungsbereich unterstellt werden. Denn alles das gehört zur Welt der Zeichen, was Gestalt annehmen kann, alles, was wahrgenommen, alles, was gehört, gelesen, gesehen, gerochen, gefühlt, geschmeckt werden - kurz, alles, was "signifikant" werden kann.

 

Daher untersucht die Semiotik alle kulturellen Vorgänge und Phänomene als Kommunikationsprozesse, indem sie danach fragt, wie in einer Kultur "etwas" (ein Signifikant) zum Zeichen wird bzw. als Zeichen fungiert, d.h. inwiefern es zur Wahrnehmung bzw. zur Mitteilung von "etwas anderem" (einem Signifikat) taugt, was es selbst nicht ist, aber wofür es steht (vgl. Eco, Zeichen, 15-26). Damit wird nicht unterstellt, "Kultur sei nur Kommunikation", sondern es wird behauptet, daß man sie gründlicher verstehen kann, wenn man sie unter semiotischen Gesichtspunkten betrachtet" (Eco, 1991, 52; eine ausführliche praktisch-theologische Aufbereitung dieses Aspekts der kulturellen Kommunikation für theologische Fragen findet sich bei Engemann, 1993, 8-40). Zunächst war die Semiotik mit dem Interesse ins theologische Gespräch eingebracht worden, "Syntax, Semantik und Pragmatik des religiösen Sprachgebrauchs" zu analysieren, um auf dieser Basis zu einer Gestaltung religiöser Sprache für die religiöse Erfahrung des Lebens zu gelangen (vgl. Grabner-Haider 1. 158; neuerdings auch Theißen, s.u.).

 

(Fortsetzung des insgesamt 11 Seiten langen Textes im Download-PDF)



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