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Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Semiotik für Nachwuchswissenschaftler Die Preisfrage: „Wie real ist Virtualität?" Mit dieser Frage wendet sich die Deutsche Gesellschaft für Semiotik an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aller semiotischen Disziplinen der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften, um zur Klärung des unsere Gegenwart zunehmend bestimmenden Spannungsverhältnisses zwischen Realität und Virtualität beizutragen. Preisfähig sind alle wissenschaftlichen Arbeiten, die an einem Beispiel aus der Praxis Auskunft über die Problematik von Realität und Virtualität in unserem Lebensalltag geben. Dabei soll von einer kritischen Reflexion der semiotischen Basiskonzepte ausgegangen bzw. sollen solche entworfen werden. Anforderungen: Berücksichtigt werden nur Arbeiten in deutscher Sprache, die noch nicht veröffentlicht wurden. Zugelassen sind auch Gemeinschaftsarbeiten mehrerer Verfasser. Die eingereichten Arbeiten sollen den Umfang einer Dissertation haben. Die Verfasser dürfen bei Einreichung (15. Juli 2011) nicht älter als 30 Jahre sein. Bewerbungen müssen bis zum 15. Juli 2011 bei folgender Adresse eingegangen sein: Dr. Karin Wenz, Maastricht University, Faculty of Arts and Social Sciences, P.O. Box 616, NL-6200 MD Maastricht, The Netherlands. Auswahlverfahren: Die deutsche Gesellschaft für Semiotik stellt die Mitglieder der Jury aus ihrem Beirat: Dr. Karin Wenz, PD Dr. habil. Thomas Nisslmüller und Klaus Schwarzfischer. Die Jury trifft ihre Entscheidung bis zum Oktober 2011 in einem nicht öffentlich rechtlichen Verfahren. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Preis von 2000 ¤ wird auf dem 13. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Semiotik (12. bis 16. Oktober 2011) vergeben werden.
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Mehr Informationen zum Kongress-Thema:
Der 13. Internationale Semiotik-Kongress 2011 zum Thema: "Repräsentation, Virtualität, Praxis"
Wirklichkeit wird nie direkt erfahren, sondern einer Gesellschaft immer durch symbolische Kategorien zur Verfügung gestellt. „Repräsentation", „Virtualität" und „Praxis" sind Begriffe, mit denen diese symbolische Vermittlung bereits seit geraumer Zeit vielschichtig thematisiert wird. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen haben sie keinesfalls an Brisanz verloren, insbesondere wenn die an sie gebundenen semiotischen Systeme als sich ergänzende und einander durchdringende Formen des Weltzugangs zueinander in Beziehung gesetzt werden.
Der Begriff der Repräsentation umfasst hierbei sowohl die mentale Vorstellung der Außenwelt, also den Vorgang des Bedeutens von Welt durch Sprache und Symbole, als auch die physischen Artefakte und ihre sozialen, politischen und kulturellen Funktionen.
Unter Virtualität wird dagegen eine gedachte Entität verstanden, die unseren Lebensalltag heute mehr denn je indirekt über ihre Funktionalität oder Wirkung prägt. Das rückt Virtualität in die Nähe von Praxis, da sie im Sinne eines „Als-ob" neue Formen des Erlebens, Erfahrens und Handelns eröffnet. Diese Durchlässigkeit von Wirklichkeit und „So-tun-als-ob" wohnt auch dem Begriff der Repräsentation im Sinne von Vor- und Darstellung inne.
An konkreten Beispielen werden diese Permeabilitäten interdisziplinär und multiperspektivisch diskutiert, um deren Gefahren und Chancen zu beleuchten, um die Vielschichtigkeit aktueller Entwicklungen aufzuzeigen und die theoretischen Grundlagen kritisch zu überdenken.
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