Deutsche Gesellschaft für Semiotik (DGS) e.V.  |  E-Mail: vorstand@semiotik.eu   |  Online: www.semiotik.eu
Startseite - Deutsche Gesellschaft für Semiotik (DGS) e.V.
„Als Ob": Bildliche und sprachliche Repräsentation als virtuelle Praxis
Call for Papers der gemeinsamen Sektion "Als-ob" beim Semiotik-Kongress 2011

„Als Ob": Bildliche und sprachliche Repräsentation als virtuelle Praxis


Leitung:

Ernest W.B. Hess-Lüttich, Eva Kimminich, Daniel Rellstab, Klaus Sachs-Hombach


Die Beiträge zu dieser Sektion betrachten das Phänomen der virtuellen Praxis im Modus des ‚Als-Ob' aus verschiedenen Perspektiven der Medien-, Kultur-, Sprach- und Bildwissenschaft. Die Ausdrücke ‚Bild' und ‚bildliche Repräsentation' werden dabei weit verstanden: sie beziehen sich nicht nur auf das statische Bild, sondern schließen auch in ‚virtuellen Realitäten' gegebene Bildwelten ein (etwa bei individuellen wie kollektiven Internetpräsenzen, multimedialen Texten etc.).


Der Fähigkeit zur Imagination liegen neben sprachlichen insofern auch bildliche Repräsentationen zugrunde, als wir uns mithilfe (gegenständlicher) Bilder reale (oder fiktive) Szenen veranschaulichen, die unsere konkrete Wahrnehmungssituation transzendieren. Im Bild werden uns (wie in Sprache und Literatur) Gegenstände und Sachverhalte auf diese Weise situationsunabhängig verfügbar; wir beziehen uns auf sie, ‚als ob' sie anwesend wären.


Gegenüber der sprachlichen Darstellung liefert die bildliche jedoch nicht nur Kristallisationspunkte für unsere Imaginationen, sondern stellt konkrete Anhaltspunkte für die sensomotorischen Aktivitäten zur Verfügung, die wir in der perzeptuellen Aneignung des im Bild gegebenen imaginären Kontextes vollziehen. Bildliche Repräsentationen können daher als eine Form der ‚virtuellen Praxis' gelten: Praxis insofern die sensomotorischen Aktivitäten durchaus intentional und zielgerichtet sind bzw. sein können, virtuell insofern sie (zumindest zunächst) im Raum des Imaginären bleibt. Das lässt sich insbesondere in Jugend- und Subkulturen beobachten, in denen Virtualität einen wichtigen Zwischen-Raum zwischen Imagination und Realität, zwischen Vor- und Darstellung stiftet: sowohl im Hinblick auf Identitätsbildung als auch auf den Erwerb und die Weiterentwicklung spezifischer Fähigkeiten sowie der Inszenierung und Vermarktung subkulturellen Kapitals.


Vortragstitel und Abstracts bitte an:   daniel.rellstab@germ.unibe.ch

zurück nach obenzurück nach oben